Der Kleine Prinz - Le Petit Prince
Die Erfolgsgeschichte
eines Buchs
Millionen Menschen kennen und lieben
das Buch "Der Kleine Prinz" geschrieben von dem französischen
Piloten und Dichter Antoine de Saint-Exupéry. "Der
Kleine Prinz", auf französisch "Le Petit Prince",
ist das weltweit am meistgelesene französische Buch und
eines der am meisten gelesenen Bücher überhaupt. In
der Rangliste der Bücher mit der höchsten Auflage
liegt es auf dem 3. Rang nach der Bibel und dem Koran.
Viele Menschen kommen zum
ersten Mal mit dem Buch in Berührung, wenn sie in der Schule
die französische Sprache erlernen. Die Leser schätzen
die ethischen Vorstellungen und das leidenschaftliche Plädoyer
des Autors für Freundschaft und Menschlichkeit. "Man
sieht nur mit dem Herzen gut" ist nur ein Zitat von vielen,
das den Inhalt der Erzählung prägt. Kein anderer Roman
wird von so vielen Lesern wieder und wieder gelesen oder auf
so vielen Bühnen
gespielt, sei es von professionellen Künsterln oder vom
Schultheater. Allein im französischen Mutterland werden
jährlich noch immer 300.000 Exemplare verkauft.
Die Deutschen haben 2004
den Kleinen Prinzen auf Platz 5 der Liste der beliebtesten Bücher
aller Zeiten gewählt. Erstaunlich für ein Buch, das
nicht sehr umfangreich ist, von keiner fesselnden Spannung lebt
und schon älter als 60 Jahre ist.
1 |
Der Herr der Ringe |
Tolkien |
2 |
Bibel |
- |
3 |
Die Säulen der Erde |
Follet |
4 |
Das Parfum |
Süskind |
5 |
Der Kleine Prinz |
Saint-Exupéry |
"Der Kleine Prinz"
wurde in über 200
Sprachen und Dialekte übersetzt. Bereits kurz nach
dem Erscheinen wurde das Buch zu einem der größten
Verlagserfolge. 11 Millionen Mal in Frankreich verkauft, 80
Millionen Mal auf der ganzen Welt, so rechnet Gallimard vor,
der Verlag dem die Veröffentlichungsrechte gehören.
Gallimard dürfte allerdings nur die Auflagen erfasst haben,
die offiziell gemeldet wurden. In fast allen Ländern gibt
es Privatdrucke in kleinen Auflagen oder massenhafte Raubdrucke,
deren Hersteller am Erfolg des Buchs teilhaben wollen.
Die Figur des kleinen Prinzen
ist ein beliebtes Vermarktungsobjekt
auf zahllosen Artikeln des täglichen Bedarfs. Auch wer
den berühmten Ausspruch "dessine-moi un mouton!"
oder "Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar"
für Werbezwecke nutzen will, sollte zunächst die Nachfahren
des Piloten fragen, damit er nicht eines Tages unliebsame Post
aus Paris bekommt.
| beliebte Marchandising-Artikel
mit dem Bildnis des Kleinen Prinzen |
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Saint-Exuperys Nachfahren
leben nicht schlecht vom
Erfolg des berühmten Piloten . Der geheimnisvolle Tod des
Autors und alle paar Jahre neue Geschichten um den Piloten,
das sind willkommene Verbündete, um ein Buch erfolgreich
zu vermarkten. Mal findet man ein Armband, mal ein Wrack im
Mittelmeer, dann einen deutschen Piloten (Hilbert), der behauptet,
das Flugzeug abgeschossen zu haben oder es wird eine Einrichtung
eröffnet, die den Namen des Autors oder des Buchs trägt.
Verlag und Familie haben es nicht eilig, der Wahrheit über
den Tod auf den Grund zu gehen. Da kann das
Wrack ruhig noch ein bisschen in der Tiefe bleiben. Ob
Saint-Exupéry das gefallen hätte?
Das Buch entstand 1942
während des Zweiten Weltkriegs, nachdem Saint-Exupery in
die USA emigriert war. Das Originalwerk enthält zahlreiche
farbige Aquarelle, die der Autor selbst gezeichnet hat. In machen
Ländern sind Bücher ohne Zeichnungen,
mit Schwarz-weiß-Abbildungen oder mit Zeichnungen fremder
Künstler erschienen. Ob dafür immer die Genehmigung
des französischen Verlags vorlag, ist zweifelhaft. Umso
interessanter sind diese Ausgaben für die Sammler und Leser,
weil sie zeigen, welche Phantasien die Künstler mit der
Geschichte verbinden.
In einigen Ländern
gibt es nur eine einzige autorisierte Übersetzung. Dazu
gehört z.B. Deutschland und Rußland. Selbst in den
USA erschienene deutsche Ausgaben enthalten die Übersetzung
von Grete und Josef Leitgeb aus dem Jahre 1950. Dies ist schade,
denn Sprache unterliegt dem Wandel und vieles würde man
heute anders ausdrücken als noch Mitte des letzten Jahrhunderts.
Für manche Sprachen gibt es bereits mehrere moderne Übersetzung
aus der jüngsten Zeit (z. B. für das Englische).
In anderen Ländern
gab es seit jeher gleichzeitig mehrere Übersetzungen auf
dem Markt, z. B. in Griechenland und im ehemaligen Yugoslawien.
In seltenen Fällen gibt es ein gutes Dutzend von Übersetzungen
(z. B. türkisch). Mehr als 40 verschiedene Übersetzungen
des Petit Prince sind aus dem Spanischen
bekannt. Auch der Titel lautet nicht nicht immer gleich: "El
Principito", "El Pequeño Principe" oder
"El Pequeño Principito".
Der Kleine Prinz
muss auch für allerlei Einrichtungen und Geschäfte,
wie Schulen, Kindergärten, Konditoreien, Buchhandlungen,
Fleischereien, Bäckereien, Restaurants oder Hotels herhalten.
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In Salta, Argentinien,
gesehen:
drei Fleischereien mit dem Namen
"El Principito" |
Die Bäckerei
"Le Petit Prince" in Taipeh, Taiwan |